Da auf dem Sportplatz aktuell wenig läuft, beantwortet Maren mal ein paar Fragen 😀

 

1. Wie geht es Dir in der aktuellen Situation?
Die Pandemie hat unseren Alltag deutlich verändert. Ich bin die meiste Zeit im Home Office und die Mehrstunden summieren sich mittlerweile auf zehn Stunden die Woche. Es gibt deutlich mehr Projekte bei uns auf der Arbeit, um Umsatzeinbrüchen entgegen zu wirken. Vor der Pandemie sind mein 8-jähriger Sohn Leon und ich sehr oft Schwimmen gefahren, haben kurz vor dem ersten Lockdown einen Schnupperkurs beim Ruderverein besucht. Leon hat sich gerade in der neuen Fußballmannschaft eingewöhnt. Ich habe mit Badminton Spielen angefangen und einmal die Woche einen Frauensport-Kurs besucht. Der fehlende Ausgleich zusammen mit der Mehrarbeit und Home Schooling, das ist schon sehr belastend auf die Dauer.

2. Wie bewertest Du die Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Beruf und das Ganze ohne entsprechenden Ausgleich durch Sportvereine?
Der Wechselunterricht mit Home Schooling und der Wegfall der Ganztag-Betreuung bringen viele Herausforderungen mit sich. Zum Glück unterstützen uns meine Eltern und übernehmen an den schulfreien Tagen die Betreuung. Ansonsten wäre das mit meiner Arbeit nur schwer zu vereinbaren. Wenn Leon Schule hat und nach Hause kommt, muss ich noch arbeiten und bin oft in Videokonferenzen, wo er dann leise sein muss. Das ist schon belastend für beide Seiten. Ich merke, dass das Ganze nicht spurlos an Leon vorbei geht. Seine schulischen Leistungen leiden und er wirkt auch häufiger unausgeglichen. Der Wechselunterricht, die Einschränkung der sozialen Kontakte, der fehlende Vereinssport – damit hat sich die gewohnte Wochenstruktur ein ganzes Stück weit aufgelöst. Die sportlichen Erfolge, die Leon mit seiner Fußallmannschaft erzielt hat, haben ihn auch stolz gemacht und sein Selbstbewusstsein gestärkt. Ich hoffe, dass das sehr bald zurück kommt.

3. Dein Sohn spielt aktuell in der F-Jugend der JSG Südweser. Schaust Du Dir auch abseits der Jugendspiele Fußballspiele?
Regional gar nicht. Ab und zu schau ich mir noch ein Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft an. Ist aber seit 2016 auch deutlich seltener geworden. Nach den vielen Spielerwechseln finde ich nicht mehr so den Zugang dazu.

4. Zu welcher Gruppe der Mütter am Spielfeldrand (Tratschtante, Co-Trainerin, Hooligan, unsichtbar oder Ähnliches) gehörst Du? 😊
Ich kann definitiv nicht still sein. Die Mannschaft meines Sohnes anzufeuern gehört für mich einfach dazu. Ich muss mich manchmal zusammenreißen, dass ich nicht zur Co-Trainerin mutierte oder zum Sportkommentator, aber ich wurde bislang auch noch nicht verwarnt.

5. Wie ist Dein Sohn zum Fußballspielen gekommen?
Wenn man selbst mal Fußball gespielt hat und noch ab und zu gerne mal hinter den Ball tritt, dann überträgt sich das sicherlich. Ein Fußball musste einfach immer im Haus sein. Aber auch Volleyball, Basketball, Federball, Tischtennisbälle, Frisbee. Ich habe ihm auch Alternativen gezeigt. Bei uns im Ortsverein gibt es jedoch für Jungs in seiner Altersstufe nur die Möglichkeit Fußball zu spielen.

6. Bekommst Du mit, was beim VfB insbesondere im Jugendbereich passiert? Falls ja, wie bewertest Du die Jugendarbeit?
Seit meinem Weggang aus Hemeringen vor zehn Jahren bekomme ich nur noch sehr wenig vom VfB mit, deswegen kann ich das nicht beurteilen.

7. Ist es für Dich wichtig, dass Dein Sohn Mannschaftssport betreibt? Warum?
Die Kameradschaft, das Zusammenspiel, die sportlichen Erfolge aber auch Niederlagen in der Gemeinschaft, das Behaupten in der Mannschaft, die persönliche Leistungssteigerung – das sind wichtige Erfahrungen und Lektionen, die ich sehr wichtig finde für Leons Entwicklung.

8. Du warst ja selbst mal aktive Spielerin beim VfB Hemeringen. Warum hast Du Dich für Fußball entschieden?
Ich habe sehr spät mit dem Fußballspielen begonnen. Ich war 15 oder 16. Mit Fußball hatte ich bis dahin eigentlich gar nichts am Hut. Aber ich habe ein paar Jahre zuvor Tischtennis gespielt unter der Leitung von Fritz Nagel. Das war eine großartige Zeit mit sehr vielen Aktiven. Wir haben nicht genügend Platz in der Sporthalle gehabt und sogar noch Platten in den Geräteräumen aufgestellt. Doch dieses Hobby fand abrupt ein Ende und ich wollte unbedingt wieder unter Leute und einem Mannschaftssport nachgehen.

9. Nimm mal bitte mit ein paar Sätzen diejenigen mit, die die Damenmannschaft nicht (mehr) kennen. Wie war die Zeit damals?
Als ich bei der Damenmannschaft angefangen habe, hatte diese sich gerade erst gegründet. Die meisten Spielerinnen waren  Freundinnen aus der Schulzeit. So fiel mir der Einstieg leicht. Die ersten Spiele verloren wir jedoch haushoch, insbesondere gegen Rohden – eine Mannschaft, die immer die Meisterschaft gewann aber auf den Aufstieg verzichtete. Dennoch waren wir schnell sehr begeistert von dem Sport. Wir haben jeden Tag auf dem alten Platz bei den Fischteichen gespielt bis es so dunkel war, dass der Ball kaum noch zu erkennen war. Es kamen auch immer spontan Hemeringer Jungs dazu und haben mitgekickt. Die Zeit mit Peter, Jobst, Tobias Wesche, Jorge, Norbert als Trainer/Betreuer war legendär, insbesondere die Turniere mit Zeltlager. Als Fuchse, damals Torwart der 1. Herren, mich eine Zeit lang zur Torfrau ausbildete, fühlte ich mich sehr geehrt, auch wenn ich feststellte, dass die Position auf Dauer nichts für mich ist. Der Fußball brachte uns auch mit den Spielern der 1. und 2. Herren zusammen. Das Sportheim mit Sepp als „Kneipenvater“ wurde zu unserem zweiten zu Hause und täglich von uns in Beschlag genommen – selbst zu Weihnachten und Silvester. Jedes Wochenende wurde irgendetwas gefeiert. Wir haben unfassbar viel Spaß gehabt. Leider verloren wir irgendwann immer mehr Spielerinnen und konnten keine Mannschaft mehr melden. Die Gemeinschaft veränderte sich seitdem.

10. Du hast ja auch beim SV Hastenbeck gespielt. Kannst Du zu den folgenden Situationen Deiner Laufbahn etwas sagen?

Dein schönstes Erlebnis
Mein schönstes Erlebnis beim SV Hastenbeck II war es, als ich die Position im zentralen Mittelfeld bekam und ich die Spiele so viel besser mitgestalten konnte.

Das bitterste Ereignis
Meine Knieverletzung im Training 2011 war sehr bitter. Eine falsche Bewegung zerriß das Kreuzband. Seitenband und Innenminiskus waren angeknackst und das Knie musste einige Male punktiert werden. Eine OP blieb mir jedoch erspart. Ich habe mich zwar wieder ins Spielgeschehen zurück gekämpft, sogar ein paar Mal in der Ersten Mannschaft ausgeholfen, doch die Angst vor erneuter Verletzung war jetzt groß. Als ich im Sommer 2012 Mutter wurde, habe ich mit dem aktiven Fußballspiel aufgehört.

Das kurioseste Erlebnis
Mein Trainer sagte mir bei einer Ecke schrittgenau an, wo ich mich positionieren sollte. Als der Ball kam, musste ich nur noch nicken und der Ball war drin.

Zur Spielgemeinschaft mit Wickbolsen
Ich bin nicht in die Spielgemeinschaft eingetreten. Nach dem Weggang vom VfB bin ich zu Rohden gewechselt und mit der gesamten Mannschaft dann zur Eintracht Hameln. Als sich die Mannschaft auflöste bin ich zu Hastenbeck gewechselt.

11. Warum sollten sich auch Mädchen für den Fußball interessieren und spielen?
Warum nicht?